Psychologin in Wien, Psychologische Beratung, Traumaberatung

Psychologische Beratung in Wien, Traumaberatung
Psychologische Beratung & Traumaberatung (auf Englisch) in Wien – mit Psychologin Mag. Diana Tutschek. Mehr über Mag. Tutschek erfahren.

Mag. Diana Tutschek – Psychologische Beratung in Wien: Trauma und Beziehungen – Wenn die Vergangenheit die Gegenwart heimsucht

Als Psychologin und Beraterin, die Psychologische Beratung (Einzelberatung, Onlineberatung, Paarberatung und Paartherapie) in Wien und international (auf Englisch) anbietet, bin ich häufig mit einem Thema konfrontiert. Dabei sehe ich immer wieder, welche tiefgreifenden und oft übersehenen Auswirkungen unverarbeitetes Kindheitstrauma auf das Leben von Menschen hat. Darüber hinaus erlebe ich, wie Kindheitstraumata nicht nur die betroffene Person direkt beeinflussen, sondern auch das Leben von Partnern, Familienmitgliedern, Kolleginnen und Kollegen sowie Freunden nachhaltig prägen.

Die klinische Forschung zeigt, dass Kindheitstraumata (einschließlich körperlicher, emotionaler und sexueller Misshandlung, Vernachlässigung sowie der Erfahrung häuslicher Gewalt) ein entscheidender Risikofaktor für die gesunde psychologische Entwicklung sind. Folglich, kann sich diese Störung sowohl in individuellen psychischen Problemen als auch in deutlich beeinträchtigten zwischenmenschlichen Beziehungen im Erwachsenenalter äußern.

Kindheitserfahrungen prägen das emotionale Grundmuster, das wir ins Erwachsenenalter mitnehmen. Wenn diese Erfahrungen psychische Traumata beinhalten, können sie dauerhafte Spuren hinterlassen – in unserem Selbstbild, im Blick auf andere und in unseren Beziehungen.

Menschen mit unbehandelten oder unverarbeiteten Kindheitstraumata kämpfen häufig mit Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, im Vertrauen, in der Intimität und in der Kommunikation. Genauer gesagt, zeigen Studien, dass die Folgen von Kindheitstraumata eng mit unsicheren Bindungsstilen, pathologischer Eifersucht, Untreue und geringem Selbstwertgefühl verbunden sind – alles Faktoren, die zu Belastungen in Partnerschaften führen können.

Unverarbeitetes Kindheitstrauma beschränkt sich nicht nur auf romantische oder familiäre Beziehungen, sondern wirkt sich auch auf das Berufsleben aus. Deshalb zeigt es sich etwa in Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit oder der persönlichen beruflichen Entwicklung. Klientinnen und Klienten dabei zu unterstützen, diese komplexen Beziehungsdynamiken zu bewältigen und die zugrunde liegenden Traumata zu erkennen und zu bearbeiten, stellt eine kontinuierliche therapeutische Herausforderung dar.

Studien zeigen, dass Erwachsene mit Kindheitstraumata häufig unter Depressionen, PTBS, Angststörungen, Substanzmissbrauch oder Essstörungen leiden.

Wie sich Kindheitstraumata in erwachsenen Beziehungen zeigen

1. Emotionale Reaktivität: Menschen mit unverarbeitetem Trauma reagieren oft emotional überempfindlich. Sie können leicht durch wahrgenommene Zurückweisung, Kritik oder emotionale Distanz getriggert werden. Ein scheinbar harmloser Kommentar des Partners kann sich wie eine existenzielle Bedrohung anfühlen.

nicht wegen des aktuellen Moments, sondern wegen dessen, was unbewusst aus der Vergangenheit wachgerufen wird.

2. Unsichere Bindungsmuster: Trauma kann die Entwicklung einer sicheren Bindung stören. Erwachsene entwickeln möglicherweise ängstliche, vermeidende oder desorganisierte Bindungsstile. Ängstliche Partner sehnen sich nach Nähe, haben jedoch gleichzeitig Angst vor Verlassenwerden, während vermeidende Partner mit Intimität und dem Bedürfnis nach Selbstschutz kämpfen. Diese Muster führen häufig zu einem Wechselspiel aus Nähe und Rückzug, das Beziehungen stark belastet.

3. Wiederholte Konflikte: Viele Menschen rekonstruieren unbewusst vertraute, aber ungesunde Beziehungsmuster aus der Kindheit. Dieses Phänomen, bekannt als „Wiederholungszwang“, führt dazu, dass man Partner wählt oder sich in einer Weise verhält, die ungelöste Beziehungen zu Bezugspersonen widerspiegeln. Dabei hofft man, diesmal ein anderes Ergebnis zu erzielen.

4. Kommunikationsschwierigkeiten: Traumata beeinträchtigen oft die Fähigkeit, Emotionen klar auszudrücken und empathisch zuzuhören. Abwehrverhalten, Rückzug und Schuldzuweisungen werden zu automatischen Reaktionen, was eine konstruktive Konfliktlösung erschwert.

Traumatherapie und Traumaberatung in Wien

Die Herausforderung, Kindheitstraumata zu verhindern

Es scheint, als müsste es ein zentrales gesellschaftliches Ziel sein, Kindheitstraumata zu verhindern – ein Ziel, das für eine gesunde Entwicklung und stabile Beziehungen im weiteren Leben essenziell ist. Doch dieses Ziel ist schwer zu erreichen, da traumatische Erfahrungen sehr subjektiv erlebt werden. Was für ein Kind traumatisch ist, muss für ein anderes keine vergleichbare Wirkung haben – je nach Resilienz, Bindungspersonen, unterstützenden Systemen und Persönlichkeitsmerkmalen. Darüber hinaus entstehen Traumata nicht immer aus extremen oder klar erkennbaren Ereignissen. Selbst subtile Erfahrungen können tiefe seelische Wunden hinterlassen, die oft erst Jahre später sichtbar werden.

Daher richtet sich der Fokus auf wirksame Methoden, die dazu beitragen können, die langfristigen Auswirkungen von Kindheitstraumata auf Beziehungen und psychische Gesundheit zu mildern. Sowohl die Desensibilisierung und Wiederaufbereitung durch Augenbewegungen (DWA; engl. EMDR) als auch die kognitive Verhaltenstherapie (KVT; engl. CBT) sind evidenzbasierte Methoden zur Behandlung von PTBS und zur Beratung bei psychischem Trauma und werden von maßgeblichen Behandlungsleitlinien empfohlen.

EMDR bei Kindheitstraumata: Traumatische Erinnerungen verarbeiten und integrieren

DWA (engl. EMDR) ist eine strukturierte Therapieform, die entwickelt wurde, um Menschen dabei zu helfen, traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und zu integrieren. EMDR nutzt bilaterale Stimulation (z. B. Augenbewegungen oder Klopfen), um dem Gehirn zu helfen, blockierte Erinnerungen neu zu verarbeiten und sie auf eine gesündere Weise abzuspeichern.

Im Zusammenhang mit Beziehungskonflikten kann EMDR gezielt Erinnerungen ansprechen, die heutigen emotionalen Reaktionen zugrunde liegen. Wenn jemand beispielsweise wiederholt das Gefühl hat, verlassen zu werden, sobald der Partner eine Grenze setzt, kann EMDR helfen, diese Reaktion auf frühere Erfahrungen emotionaler Vernachlässigung oder Verluste zurückzuführen.

Viele Klientinnen und Klienten berichten, dass Situationen, die früher starke emotionale Reaktionen auslösten, nach der Behandlung deutlich an Intensität verloren haben. Dies ermöglicht es ihnen, im Hier und Jetzt zu reagieren, anstatt aus der Vergangenheit heraus zu handeln.

Psychologische Beratung in Wien: CBT-Techniken zur Verarbeitung von Kindheitstraumata – Denk- und Verhaltensmuster verändern

Während EMDR auf die emotionale Verarbeitung von Traumata fokussiert, bietet die kognitive Verhaltenstherapie (KVT; engl. CBT) praktische Werkzeuge, um Gedanken- und Verhaltensmuster zu verändern, die Beziehungsschwierigkeiten aufrechterhalten.

Kognitive Verhaltenstherapie hilft Klientinnen und Klienten, verzerrtes Denken zu erkennen. Ein Beispiel dafür ist der Gedanke: „Wenn mein Partner mich wirklich lieben würde, bräuchte er keinen Abstand“, der dann durch realistischere, gesündere Überzeugungen ersetzt wird.

CBT fördert zudem gesunde Kommunikation, Emotionsregulation und Problemlösungsfähigkeiten. Techniken wie Gedankenprotokolle oder das Hinterfragen automatischer Gedanken und tief verwurzelter Glaubenssätze unterstützen Menschen dabei, neue Beziehungskompetenzen zu entwickeln.

Zum Beispiel kann jemand, der gelernt hat, sich bei Konflikten zurückzuziehen, mithilfe von CBT lernen, präsent zu bleiben. Dabei kann die Person lernen, Bedürfnisse ruhig zu äußern und die Überzeugung zu hinterfragen, dass Streit immer zu Ablehnung führt.

Die Kombination von EMDR und CBT

Forschungsergebnisse zeigen, dass EMDR und CBT in Kombination einen umfassenden Ansatz zur Traumaverarbeitung und zur Verbesserung von Beziehungen bieten können.

Während EMDR die emotionalen und physiologischen Wurzeln des Traumas bearbeitet, hilft CBT, die zwischenmenschlichen Fähigkeiten aufzubauen, die für gesunde Beziehungen nötig sind.

Die Verbindung beider Methoden ermöglicht es, sowohl kognitive Verzerrungen als auch emotionale Belastungen anzugehen. Dies geschieht durch die Kombination von Expositionstechniken mit verhaltenstherapeutischen Interventionen.

Psychologische Beratung – Traumaberatung in Wien: Fazit

Beziehungsschwierigkeiten bedeuten nicht, dass mit Ihnen oder Ihrem Partner etwas grundlegend falsch ist. Häufig ist es ein Zeichen dafür, dass Ihr Nervensystem Sie vor altem Schmerz schützen möchte. Ob Sie unter wiederkehrenden Konflikten, emotionaler Distanz oder innerer Unruhe in Ihrer Beziehung leiden, der erste Schritt zur Verbesserung kann in einer Psychologischen Beratung (Einzelberatung, Paarberatung, Onlineberatung) liegen.

Diesen Artikel auf Englisch finden Sie in meinem Blog Solving the Relationship Puzzle bei Psychology Today.

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